W. BEECK IM INTERVIEW

Lieber Wilfried, vielen Dank vorab, dass Du dir die Zeit nimmst, uns ein paar Fragen zu beantworten. Wann und wie hast Du mit dem Segeln begonnen?

Während des Studiums in Kiel in den 80ern habe ich mir einen Segelkurs gegönnt, allerdings reichte es erst sehr viel später zum ersten eigenen Boot, einen Strandkatamaran, den ich auch heute noch ab und zu in die Ostsee schiebe. Im Juni 1998 war ich dann als Gast anlässlich einer William Fife Jubiläumsregatta in Schottland an Bord der Moonbeam. Meine erste Begegnung mit klassischen Yachten war also gleich in der Königsklasse. Kurz darauf begegnete mir auf meinem Kat in meinem Heimatreview vor Laboe eine Flotte von klassischen Yachten, die dort ihre jährliche Regatta aussegelten. Im kommenden Jahr war ich dann mit meiner ersten eigenen Meteryacht, dem Achter Windsbraut, schon selber dabei.

Seit über 30 Jahren bereicherst Du die Kieler Woche. Gab es 2016 noch etwas Neues für Dich? Auf was freust Du Dich in den neun Tagen jedes Jahr am meisten?

Die Kieler Woche war für mich schon als Student ein Erlebnis, weil die ganze Stadt in diesen neun Tagen zur Weltstadt des Segelns wird. Ich habe seitdem in 35 Jahren keine einzige Kieler Woche verpasst. Die hellen Abende um die Sommersonnenwende herum sind unbeschreiblich schön, weil sich alles um die Förde herum abspielt. Man sieht ja überall auf der Welt, dass Gebäude, Menschen und Events ganz anders erscheinen, wenn sie am Wasser sind. Egal ob in Amsterdam, Singapur, Sydney oder New York. Man kann aber nirgends so tief darin eintauchen und Teil davon werden wie in Kiel während der Kieler Woche. Neu seit einigen Jahren ist die mediale Berichterstattung, weil man mit neuer Technik auch als Zuschauer quasi live bei den Rennen dabei sein kann. Die Sponsoren Audi und SAP haben einiges dazu beigetragen, das Erlebnis auch technisch auf ein Top-Niveau zu heben.

1987 wurde ePages von Dir gegründet; die Trivia GmbH 2010. Wie passen denn eCommerce und Segeln zusammen?

Der Erfolg von ePages hat mir erlaubt, in ein relativ teures Hobby einzusteigen. Ich hab dann irgendwann bemerkt, wie viel Segeln mit Unternehmertum und Teamwork zu tun hat und dass man das Gelernte auf das jeweils andere Medium anwenden kann, um sich dort zu verbessern. Daraus entstand die Idee, es auch anderen Unternehmen anzubieten und wir haben dann 2010 die Trivia GmbH als Event- und Charter-Business gegründet. Es ist zwar nur ein kleines Unternehmen, aber unsere Unternehmenskunden sind oft sehr interessant, sodass es dann wiederum auch zu neuen Kontakten geführt hat, die mir als Unternehmer bei ePages geholfen haben. Da schließt sich also der Kreis.

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Magst Du uns noch kurz erklären, was die Trivia GmbH macht.

Die Trivia GmbH managet klassische Yachten, indem wir uns um Pflege und Erhalt der Yachten kümmern und im Gegenzug die Yachten zur Charter anbieten. Unsere Kunden sind einerseits Regattacrews, die die Yachten für eine Serie chartern und andererseits Unternehmen, die als Incentive oder im Rahmen von Führungskräftetrainings die Yachten mit kleiner Stammcrew für ein Tagesevent in Kiel mieten. Dann segeln wir meist Match-Races, also Boot gegen Boot. Die Teilnehmer bilden selber die Crew und lernen sich so im Team besser kennen.

Die Trivia und Cintra sind Deine eigenen Yachten. Was war zuerst da: Die Faszination an den Schiffen oder die sportliche Aktivität, das Segeln?

Ich habe zwar sportlich mit dem Katamaran-Segeln begonnen, aber die Faszination für die klassischen Yachten kam natürlich am Anfang mehr aus der optischen Eleganz. Später habe ich dann gelernt, dass die Yachten gerade dann besonders elegant sind, wenn sie Rennyachten mit langen Überhängen und flachen Teakdecks sind. Insofern hängt auch das wieder zusammen.

Das Interview führte Sarah Schlifter.

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