MALTE KAMRATH IM INTERVIEW

Wann hast Du mit dem Segeln begonnen und auf welchem Weg bist Du dazu gekommen?

Begonnen habe ich auf dem Segelboot meiner Eltern mit sechs Jahren. Wir sind gemeinsam über die Berliner Seen geschippert und ich habe sofort Blut geleckt. Mit 11 Jahren habe ich dann im Optimist auf dem Müggelsee begonnen zu trainieren und kleinere Regatten zu segeln. Danach ging es echt wie ein „Selbstläufer“: Landeskader, Junioren-Nationalmannschaft, Bundeskader, Sportfördergruppe.

Was fasziniert Dich am meisten am Segeln?

Segeln ist wahrscheinlich die facettenreichste Sportart, die es gibt: Segel- und Bootsmaterial, Wind, Welle, Strömung und körperliche Verfassung sind entscheidend über Sieg oder Niederlage. Dabei muss man sich einerseits zu 100 Prozent auf die Segeltechnik konzentrieren und das Boot schnell segeln, parallel aber auch Taktik und Strategie beachten, die Winddreher und -böen richtig erkennen und all diese Punkte zu einem Ergebnis perfektionieren.

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Wie gut passen Segeln und ein umfangreiches Medizinstudium zusammen? Wie schaffst Du es, das zeitlich unter einen Hut zu bekommen?

Segeln ist ein sehr „Reise-intensiver“ Sport. Viele Regatten im Rahmen der World Cups finden in Revieren außerhalb Europas statt und auch die Trainings werden oft in wärmeren Revieren als der Ostsee organisiert. Darum ist es schwierig, das Medizinstudium mit viel Anwesenheitspflicht und das Segeln zu kombinieren. Die ersten zwei Jahre - bis zum Physikum - habe ich beides parallel gemacht, was manchmal wirklich anstrengend wurde. Nach dem Physikum habe ich mich dann entschieden Urlaubssemester zu nehmen, und mich komplett auf die Olympiakampagne zu fokussieren. 

Du bist Deutscher Meister im Laser Standard, hast Platz 1 bei dem Internationalen Deutschen Meisterschaften belegt und an der Universiade, den „Olympischen Spielen“ der Studenten teilgenommen. Du bist bereits in Spanien, den USA, Frankreich, Australien, Finnland oder China Regatten gefahren. Derzeit trittst Du etwas kürzer. Warum?

Ich habe gemerkt, dass Medizin und Leistungssport langfristig nicht zusammenpassen. Entweder man ist bei beidem so halbherzig dabei oder man konzentriert sich auf eine Sache. Und diese eine Sache ist nun die Medizin geworden. Neben meiner Promotion segle ich noch in der Segel Bundesliga, was aber zeitlich wirklich sehr begrenzt ist.

Was war bisher Dein größter sportlicher Erfolg?

Junioren-Europameister im Starboot
3. Platz Weltcup Melbourne
und 1. Platz Deutsche Meisterschaft.

Welche wichtigen Wettkämpfe kommen in diesem Jahr noch auf Dich zu?

Ich werde für meinen Verein Seglerhaus am Wannsee noch ein oder zwei Bundesliga Events segeln.

 

Das Interview führte Sarah Schlifter.

 

 

 

 

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